Samstag, 28 Mai 2022

Autorenlesung Christoph Wortberg

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Der Autor Christoph Wortberg war zu Gast am Roten Platz. Eingeladen hatten die Bildungspartnerinnen Ernst-Moritz-Arndt Realschule und die Stadtbibliothek Kreuztal.

Im Veranstaltungsraum stellte Wortberg Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen seine Arbeit und sein Berufsleben vor. Dabei brach er das Eis, indem er als erstes alle Namen der Jugendlichen auswendig lernte. Damit hätte er eine Wette von dreißig Euro gewonnen, erließ die Wettschulden allerdings großzügig. Geld brachte den ehemaligen Lindenstraßen-Darsteller (Sohn von Dr. Dressler) auch dazu, sich vom Schauspielerleben zu verabschieden und sich stärker dem Drehbuch-Schreiben zu widmen. Jetzt liefert er u.a. Vorlagen für „Soko-Köln“ und den „Tatort“. Nebenbei spricht er Hörbücher ein und schreibt Jugendbücher. Aus „Easy“ las er dann auch einige Passagen und diskutierte anschließend mit den Jugendlichen.

Dabei ging es um praktische Dinge: Wie viel Geld braucht eine vierköpfige Familie zum Leben? Wie verhindert ein Junge, dass das Jugendamt seine Geschwister aus der Familie nimmt, wenn die Mutter depressiv im Bett liegt und der Vater unbekannt ist.

Sehr warmherzig und wertschätzend ging Wortberg dabei mit seinem Publikum um und so kam es auch zu intimeren Momenten, wenn er beispielsweise fragte, ob die Jugendlichen schon einmal einen toten Menschen gesehen hatten und die Frage auftauchte, wann eine Seele tatsächlich verschwindet.

Zusammen mit dem 2015 für „Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierten Autoren machte den Schülerinnen und Schülern dann auch Textanalyse Spaß: Muss der Dativ in einem fiktionalen Text schlechter sein als der Genitiv? Was ist der Unterschied zwischen einem Drehbuch und einem Roman?

Begeisterung für Jugendliteratur zu wecken, indem authentische Personen vor Ort erzählen, ist nicht zuletzt Ziel der Bildungspartnerschaft zwischen Bibliothek und Schule. Davon profitieren alle: Jugendliche, Schule und auch die späteren Arbeitgeber, die letztendlich Lehrlinge mit besseren Sprachkenntnissen bekommen.

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Kirstin Krässel